Jedermann sollte in einem Hause leben wie eine Katze, die auf fast jeder Oberfläche ihre Ruhe finden kann. Für die Katze ist das ganze Haus ein Zufluchtsort. Jeder Tisch, jedes Sofa, jeder Stuhl, jedes Bett, ja sogar jeder Boden stellt eine Einladung zur Ruhe dar. Finden wir Katzen denn nicht, immer und immer wieder, in den seltsamsten und unerwartetsten Orten? Wir finden sie dort, liegend und schlafend in einer Leichtigkeit und in einem Frieden als ob sie selbst diesen Raum gezielt für sich entworfen hätten. Wir finden sie dort behaglich in einem Ball, friedlich für sich atmend und ihre Krallen entspannend.

In genau diesem Moment brauchen sie diese nicht. In diesem Moment hört die ganze Welt um sie herum, eigentlich einer Katze Spielzeug und das Zentrum ihrer Aufmerksamkeit, fast schon auf zu existieren, so als ob sie, in ihrer friedlichen Angeschmiegtheit, ihr Leben überschreiten und das Reich des Tagträumens erreichen. Ein menschliches Reich, kein tierisches. Von welchen Dingen träumen sie? Träumen sie von der Maus, die ihnen in dem existentiellen Kampf um das Leben auswich und sich in ihr Loch, ihren eigenen Zufluchtsort, zurückzog? Oder träumen sie vielleicht von den Feldern in denen sie Könige und Königinnen waren, unangefochtene Monarchen der Vergangenheit?

Katzen haben wahrlich etwas königliches; eine gewisse evolutionäre Würde. Wie kommt es, dass sie zufrieden mit Wesen leben, die eine noch größere Hybris aufweisen? Oder wollen sie nur von uns lernen? Jedoch wie unschuldig in ihrem Streben danach; Wie unbeschwert, wie frei. Wen erblicken sie, wenn sie uns ansehen? Was fühlen sie wenn wir mit ihnen reden?

Kann es sein, dass es nur Instinkt ist, der sie antreibt? Sie weisen eine solche Menschlichkeit auf, eine tierische Seele. Es ist eine reinere Seele, eine simplere, aber es ist eine Seele. Was fühlen sie wenn wir sanft ihr Fell streicheln? Fühlen sie die gleiche Art der Liebe? Wie ist es, als Katze zu leben?

Zuvor habe ich gesagt, dass Katzen sich überall zur Ruhe hinlegen. Wie ein Mensch, jedoch, haben sie auch ihre Lieblingsplätze. Immer haben diese Plätze ein ausgeprägtes menschliches Element. Es ist die kleine Öffnung unter unserem Bett, die wir als Kind so wertschätzten und in der wir von einer warmen und sicheren Höhle träumten und sie sogleich bauten. Es ist der Platz neben unserem auf dem Sofa, als ob wir dort sogar in unserer Abwesenheit eine gewisse Vertrautheit und Nähe ausstrahlten. Es ist in den Taschen, die wir zum Einkaufen benutzen und in den Koffern, mit denen wir reisen.

Es ist auf unseren abgelegten Klamotten auf dem Tisch, dem Boden, dem Stuhl oder Bett, als ob sie den Duft unseres Lebens aufnehmen und uns so als Person näher kommen wollten. Es ist unser Geruch der ihre Heimat ist, unser “gelebt haben” in etwas, auf etwas, das ihnen so wichtig ist. Vielleicht wollen sie den gleichen Schmerz, der uns angetan, oder die gleiche Wonne und Zufriedenheit fühlen, die uns zuteil wurde und die wir an die Kleider abgaben, als wir sie trugen. Sie sind nicht alles ohne uns, und wenn wir weg sind, sind sie des Verlustes wegen im Innern leerer und suchen Zuflucht, suchen ein Nest, suchen Schutz vor dem Regen in den berührten und transformierten Dingen, die wir zurückließen. Wir sind ihre Mütter und ihre Väter, wir sind ihre Familie. Dieser Bund übersteigt alle Arten, er ist daher etwas, das im Leben innewohnt. Er ist die Sehnsucht der Seele nach der Nähe, die Sehnsucht nach dem Austausch von Leben und nach dem, was Leben zu dem macht, was es ist.

Meine Katzen können nicht verstehen was ich hier geschrieben habe, aber ich glaube fest, dass sie auch so fühlen. Die Katzenhaare auf meinen Klamotten sind deren Versuch diese Wärme und Nähe zu teilen. Und wenn die Katze sich neben mich hinlegt und anfängt mit der ganzen Güte der Schönheit und des Widerhalls zu schnurren, dann fühle ich mich geliebt im Universum und will diese Liebe teilen. Vielleicht sollten wir in dieser Schlichtheit nach Liebe suchen und diese mit unseren ganzen Herzen zurückgeben. Vielleicht haben wir in dieser Schlichtheit unseren Kern gefunden und den würdevollen Ausdruck des Tieres und der Natur.